Als Nationalrat afrikanischer Herkunft wünsche ich euch eine gute Reise in meine alte Heimat. Auch im Namen der 60'000 Afrikaner in der Schweiz. Ich hatte einen Traum: Ihr kamt als Weltmeister aus Afrika zurück. Wie das Team der U-17 im letzten Jahr.
Ich kenne Südafrika gut. Es ist nicht weit von Angola entfernt, wo ich aufwuchs. Ich erinnere mich an viele Begegnungen mit Südafrikanern, die in den 70er Jahren zu uns flüchteten. Wir haben gemeinsam getanzt und gesungen. Und wir haben zusammen Fussball gespielt. Aber wir haben auch die Leiden geteilt, welche die brutale Politik der Apartheid verursachte.
Die Menschlichkeit und die Ausdauer der Südafrikaner beeindruckten mich. Nelson Mandela lebte das vor. 1990 verliess er nach 27 Jahren Haft das Gefängnis als ungebrochener Mann. Friedensnobelpreis-Träger Mandela sagt: "Die Befreiung von der Unterdrückung ist ein Menschenrecht und das höchste Ziel jedes freien Menschen."
Die Afrikaner sind den Schweizern ähnlicher, als es auf den ersten Blick aussieht. Freie Schweizer, denkt daran, wenn in Südafrika unsere Nationalhymne gespielt wird. Ich bin bloss ein Hobby-Fussballer. Als Kind spielte ich barfuss. Die Bälle waren aus Papier und die Plätze hatten keinen Rasen. Aber es machte mir immer Spass.
Ich hoffe, die afrikanischen Spielfreude inspiriert euch. Das wird ein Schlüssel zum Erfolg sein. Blaise Nkufo und Gelson Fernandes werden euch dabei helfen. Eure Mannschaft zeigt, wie man aus ehemals Fremden ein erfolgreiches Team bildet. An euch kann sich die ganze Schweiz ein Beispiel nehmen. Ich bin stolz auf euch!
Sehr geehrter Herr Hitzfeld, liebe Spieler, ich wünsche euch und mir: Realisiert meinem Traum. Für alle Menschen, die in der Schweiz leben!
Hopp Schwizz!!! Ndolo yendi Ana kia Suisa!!!
Mit schweizerisch-afrikanischen Grüssen
Ricardo Lumengo, Nationalrat
PS: Als Motivation für das Spiel gegen den Favoriten Spanien ein afrikanisches Sprichwort: „Der Floh stört den Löwen mehr als der Löwe den Floh.“